Im Gedenken an den VHS-Ehrenvorsitzenden Paul Hug (1938 – 2025)


VHS Winnenden gedenkt ihrem Ehrenvorsitzenden

Von Christel Ludwig (VHS-Leiterin 1985 – 2010)

Im Frühjahrssemester 1981 wurde Paul Hug Mitglied im Vorstand der Volkshochschule Winnenden-Leutenbach-Schwaikheim e.V. Am 6. Juli 1984 übernahm er von Hermann Schwab den Vorstandsvorsitz, den er bis 21. September 2005 innehatte.

In der Amtszeit von Paul Hug entwickelte sich die VHS Winnenden aus der Gruppe der kleinen Volkshochschulen zu einer, so Dr. Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg 2010, „leistungsstarken kleinen mittleren Vollprogramm-Volkshochschule, die von der Bevölkerung ausgesprochen gut angenommen wird.“

Einige Wegmarken seien genannt. Der Einzug der VHS ins Alte Rathaus, wo eigene Unterrichtsräume endlich auch einen Tagesbetrieb ermöglichten. Das Ergreifen der Chance, durch das sogenannte Lehrermodell Baden-Württemberg die VHS personell zu verstärken und damit ihre Kompetenzen zu erweitern. Die Einrichtung eines eigenen EDV-Raumes, in dem der damalige Unterrichtsbedarf gedeckt werden konnte, ausgelöst vom Einzug von PC und Internet in den Arbeitsalltag der Menschen. Drei Beispiele, die zeigen, wie während der Hug‘schen Vorstandschaft die Ausrichtung der Volkshochschule von Bildungsanforderungen der Gesellschaft und Bildungswünschen der Bevölkerung bestimmt wurde, dabei durchaus kostenbewusst und bodenständig.

Zwanzig Jahre durfte ich als Leiterin der VHS mit Paul Hug zusammenarbeiten. Eine Fülle von Erinnerungen an schwierige Entscheidungen und schöne Begegnungen sind damit verbunden. Mit seiner Gradlinigkeit, Verlässlichkeit, seiner konstruktiven Kritikfähigkeit, Offenheit und Zugewandtheit war Paul Hug ein „Chef“, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Gemeinsam war uns die Einsicht, dass die VHS freie Erwachsenenbildung zu leisten hat. Sie soll Weltorientierung vermitteln, niemals eine bestimmte Weltanschauung. Sie soll sich tolerant gegenüber geistigen Strömungen und Wertsystemen der Zeit verhalten, es sei denn diese stellen eine freie Auseinandersetzung selbst in Frage. VHS sollte eine Stätte sein, in der sich Menschen über die Trennungslinien von Konfessionen, Parteien, Alters- und Interessengruppen hinweg in einem gemeinsamen geistigen Raum bewegen können.

In vielen Eröffnungsreden, bei Mitarbeiterinnen- oder bei Dozententreffen hat Paul Hug seine Anschauungen anregend und begeisternd vermitteln können. Die Stimme ist verstummt. Doch bin ich sicher, dass der Samen, den Paul Hug durch sein Tun gelegt hat, auch in Zukunft Früchte tragen wird.

Danke Paul Hug.

Bild: Paul Hug im EDV-Übungsraum der VHS Winnenden 1997, (Bild: Christel Ludwig)


Zurück